Einsatzberichte

Immer wieder höre ich in Gesprächen mit Verantwortlichen "Unfälle mit und Notlagen von Pferden und anderen Großtieren passieren doch nur äußerst selten." Diese Wahrnehmung täuscht. Fast jeden Tag finden sich Berichte über - mehr oder weniger - professionelle Rettungseinsätze mit Pferden.

Eigentlich selbstverständlich, aber es sei dennoch gesagt: Meine Kommentare sind keine Kritik am Engagement der Einsatzkräfte. Sie zeigen Einsatzbereitschaft, Lösungskreativität - und riskieren nicht selten ihre Sicherheit. Das muss, das darf nicht sein. Gut ausgebildet und ausgestattet mit Spezialwerkzeugen lassen sich nicht nur Risiken für Retter und andere Anwesende, sondern auch Stress und Schmerzen für Tiere deutlich minimieren.

Ich habe hier einige Einsatzberichte zusammen gestellt - aber die Liste könnte weitaus länger sein. Anregungen oder Kommentare sind jederzeit willkommen. 

Aus aktuellem Anlass:
Bisher habe ich Großtiereinsätze hier UND auf meiner Facebookseite kommentiert. Ab sofort finden Sie - aus zeitlichen Gründen - kommentierte Einsatzberichte nur noch auf meiner Facebookseite @grosstierretter (ComCavalo)

 

Pferd im Moor

Eine junge Reiterin erlebte am Samstag im Kreis Starnberg den Horror ihres Lebens: Bei einem Ausritt versank ihr Pferd im Moor. Die Folge: Ein Großeinsatz der Feuerwehren Pöcking, Aschering und Herrsching. Die gute Nachricht: Reiterin und Stute „Mercedes“ sind wohlauf.

Kommentar:
Die Einsatzkräfte haben Vieles richtig gemacht. Mit der Spezialtechnik Großtierretung und entsprechender Schulung wäre die Rettung jedoch leichter gewesen.

(Quelle: merkur)

 

Abschleppdienst rettet Pferd aus Teich

Am Mittag schaffte es ein Schweres Warmblut von seiner Koppel vorbei am Zaun zu einem kleinen Löschteich. An einer Ecke des Teiches gab der Boden plötzlich nach, das Tier rutschte ins knapp ein Meter tiefe Wasser. Das Pferd konnte sich nicht selbstständig befreien, Feuerwehr und Tierarzt rückten an. Weil die Bergung des Tieres zunächst nicht gelang, rief die Rettungsleitstelle in Jena den Abschleppdienst.

Kommentar:
Gut, besser als nichts, aber mit der Spezialtechnik Großtierrettung wäre weder ein Autokran nötig gewesen, noch hätte das Pferd zwei Stunden im Wasser stehen müssen.

(Quelle: bild)

 

Pferd bricht durch Brücke

Die Ortsfeuerwehr Schiffdorf (Nähe Bremerhaven) wurde am Ostermontag zu einer Tierrettung am Apeler See alarmiert. Eine Reiterin war beim Überqueren einer kleinen Holzbrücke mit Ihrem Pferd eingebrochen. Während die 54-Jährige Surheiderin unverletzt blieb, wurde das Tier durch die Feuerwehrleute leicht verletzt geborgen.

Kommentar:
Positiv anzumerken ist, dass von Beginn an ein Tierazt hinzugezogen wurde. Die Rettung selbst erfolgte jedoch - wie so oft - von nicht geschulten Rettungskräften mit improvisierten Materialien. Die durch eine qualifizierte Rettung mögliche Sicherheit für Retter und Pferd war so nicht gewährleistet.

(Quelle: retter-tv)

 

Hebegeschirr mit Fernauslöser

Ein Hebegeschirr mit Fernauslöser ist ein weiteres hilfreiches Spezialwerkzeug, das dafür sorgt, die Einsatzkräfte aus der Gefahrenzone zu halten.

(Quelle: facebook/AnimalDaily)

 

Reize keinen Bullen

Im Video sieht man, dass jede Reizung und Provokation eines Tieres hochgefährlich sein kann. Der Einsatz der Helfer geschah vielleicht in bester Absicht. Allerdings sollte die Sicherheit immer an erster Stelle stehen.  

(Quelle: facebook)

 

Pferderettung in Odenthal

Auf der Suche nach ihrem Pferd wurde die Besitzerin erst auf die Stute aufmerksam als ein anderes Pferd wieherte und die Stute aus der Tiefe antwortete.

(Quelle: rundschau-online)

 

Pferderettung nach Eiseinbruch

Eine weitere bemerkenswert schlecht gemachte Pferderettung. Ich denke, da muss man gar nichts zu kommentieren. Mit ausgebildeten Rettungskräften wäre das so nicht passiert.

(Quelle: youtube)

 

Feuerwehr rettet Pferd aus dem Graben

Ein Pferd ist am Donnerstagabend in Viersen in einen Wassergraben gerutscht und konnte sich nicht mehr selbst befreien. Die Feuerwehr musste anrücken. Von Heike Ahlen

Ein Schrebergärtner entdeckte am Donnerstagabend um 19.18 Uhr ein Pferd in absolut misslicher Lage in einem Graben nahe der Gerberstraße. Der Oberkörper des Tieres war im Wasser, die Beine ragten empor. Auch der Kopf geriet teilweise unter Wasser.

Die Feuerwehr rückte schnell an. Wenn Pferde betroffen sind, wird Wilhelm Heitzer, Löschgruppenführer der Löschgruppe Hagenbroich, immer gleich hinzugerufen. Denn er ist Pferde-Experte, Inhaber einer Pferde-Pension. Auch ein Tierarzt kam zur Einsatzstelle. Die Weide, auf der sich das Tier befunden hatte, wird in diesem Bereich von zwei Wassergräben umschlossen. Wie genau es durch den Weidezaun gelangt war, ließ sich nicht mehr klären.

Das Tier war zwar geschwächt und unterkühlt, aber der Feuerwehr gelang es, es mit Hilfe eines angelegten Geschirrs, mit Schläuchen und einer Winde so weit aufzurichten, dass es an Land gebracht werden konnte.

Vom Tierarzt gab es dann nach Auskunft von Stadtsprecher Frank Schliffke Entwarnung – das Pferd sei wohlauf und konnte seinem Besitzer übergeben werden. Den hatte vorher der Leiter der Feuerwehr, Frank Kersbaum, ausfindig machen können, wie Schliffke berichtete. Der Bereich liege an einer seiner Joggingstrecken, deshalb sei ihm bekannt gewesen, wem die Tiere auf der Weide gehören. Nach einer guten Stunde war der Einsatz der Feuerwehr erfolgreich beendet.

(Quelle: rp-online)

 

Fünf Pferde, die in einem verschlammten Teich feststecken

Fünf Pferde, die in einem verschlammten Teich feststecken (Amo, Indiana, Vereinigte Staaten)  - eine Aufgabe, die das Team mit dem nötigen Wissen, mit professionellen Werkzeugen (Hebegurte, Gleitplatte) und viel Muskelkraft gut gelöst hat.

(Quelle: facebook.com)

 

Ungewöhnlicher Einsatz: Anhänger mit Pferd verloren

Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr Karlstift am 22. Jänner: Ein Pkw-Lenker aus Weitra hatte an der B41 kurz nach Karlstift durch eine defekte Anhängerkupplung einen mit einem Pferd beladenen Pferdeanhänger verloren.

Der Anhänger landete im Straßengraben und drohte umzustürzen. Nach der Sicherung des Anhängers wurde das Dach mit der Bergeschere herunter geschnitten und das unverletzte Tier aus seiner misslichen Lage befreit. Bei der Bergung des Tieres wurde auch der Tierarzt Georg Schätz aus Bad Großpertholz herbei geholt, der dem Pferd eine Beruhigungsspritze verabreichte.

Nach der erfolgreichen Bergung wurde das Pferd der besorgten Besitzerin wohlbehalten übergeben.

(Quelle: noen.at/gmuend)

 

 

Pferd am Haken

Ungewöhnlicher Einsatz für die Feuerwehr in Solingen in der Nacht. Die musste ein Pferd aus einem eiskalten Bach retten.

(Quelle: facebook.com/AktuelleStunde)

Kommentar:
Die Rettung hatte ein „Happy End“. Dennoch hätte ein Einsatz der "Spezialtechnik Großtierrettung" für mehr Sicherheit der Einsatzkräfte und ein tierschutzgerechteres Arbeiten gesorgt.

- Der kritische Moment ist, wenn das Pferd wieder Boden unter den Hufen spürt. Wie deutlich zu sehen ist, setzt sofort der Fluchtinstinkt ein, das Pferd beginnt zu laufen. Das führt zur Gefährdung von Rettern und Tier. Deshalb wichtig: Das Tier muss vor der Rettung sediert werden.
- Der verwendete Hebegurt sollte richtig angelegt werden (Sicherung nach hinten).

 

Pferd im vereisten Pool

Die Cottbuser Feuerwehr hat am Dienstagnachmittag ein Pferd aus einem eisigen Pool in Döbbrick gerettet. Das Tier hatte sich in dem Cottbuser Ortsteil von einer Koppel entfernt und war in den Pool gebrochen. Insgesamt 19 Feuerwehrleute von der Berufswehr und der Freiwilligen Wehr Döbbrick pumpten den Pool leer. Mittels Strohballen-"Leiter" konnte das Pferd die Grube weitgehend aus eigener Kraft wieder verlassen. Zwischenzeitlich wurde es auf Anraten eines Tierarztes mit Warmwasser gewärmt. Ein eigens herbeigerufener Kran musste nicht eingesetzt werden.

(Quelle: facebook.com/Cottbus)

Kommentar:

Die Rettung verlief erfreulicherweise erfolgreich, die Rettungskräfte haben Engagement und Kreativität bewiesen, allerdings wäre ein solcher Einsatz auch mit weniger Aufwand zu bewältigen gewesen. Bei Einsatz der „Spezialtechnik Großtierrettung“ mit der passenden Fädeltechnik und einer Gleitplatte hätten die Einsatzkräfte nicht ins Wasser steigen müssen. Auch das Abpumpen des Wasser wäre vermeidbar gewesen.

Positiv anmerken lässt sich, dass (fast) alle Einsatzkräfte PSA trugen, der Kopf des Pferdes gesichert wurde und, wenn ich das richtig verstanden habe, der Einsatz von einem Tierarzt vor Ort begleitet wurde.

Eigentlich selbstverständlich, aber es sei dennoch gesagt: Meine Kommentare sind keine Kritik am Engagement der Einsatzkräfte. Die Spezialtechnik Großtierrettung wurde entwickelt für die sichere, tierschonende und unkomplizierte Rettung von Pferden und anderen großen Tieren. Ein Kran wird bei Einsatz dieser Technik in nur rund 10 Prozent aller Fälle nötig. Entsprechende Schulungsangebote mit praktischen Übungen an meinem Dummypferd gibt es seit dem Sommer 2015.

 

Pferderettung, wie sie nicht aussehen sollte

Achtung, nur für Hartgesottene.
Ein weiteres trauriges Beispiel, wie eine Pferderettung keinesfalls aussehen sollte. Hier wird so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

(Quelle: youtube.com)

 

Feuerwehr rettet Pferd aus Eis-Bach

Dramatische Pferderettung bei eisigen Temperaturen im brandenburgischen Zauchwitz!

Raja (12), die Araberstute, war am Montag ausgerissen und in einen gefrorenen Bach gerutscht. TierErste Rettungsversuche scheiterten. Erst der beherzte Einsatz der alarmierten Feuerwehr brachte Erfolg. Die Männer stiegen in das Eiswasser und legten Seile um den Körper des Pferdes. Mit vereinten Kräften zerrten sie das Tier in die Freiheit. Gute Nachricht: Das Tier zog sich lediglich eine Unterkühlung zu, blieb aber unverletzt.

(Quelle: bild.de)

Kommentar:
Bei der Vorgehensweise, die das Foto zeigt, ist es ein Wunder, dass dem Pferd nicht mehr passiert ist. Mit Seilen an Kopf und Beinen ziehen ist ein absolutes No-Go!

 

Pferd auf die Beine geholfen

Das neue Jahr beginnt für die Bückeburger Feuerwehr mit einem Einsatz der besonderen Art. Am 04. Januar wurde die Freiwillige Feuerwehr Bückeburg-Stadt um 12:52 Uhr zu einer Tierrettung alarmiert.

Ein Pferd saß seit unbekannter Zeit vor seiner Box im Gatter und kam alleine nicht mehr hoch. Trotz intensiver Bemühungen vom Besitzer sowie Mitarbeitern des Reitstalls konnte das Pferd nicht alleine aufstehen. Deshalb wurde die Bückeburger Feuerwehr zur Unterstützung gerufen.

15 Feuerwehrleute der Schwerpunktfeuerwehr rückten mit 5 Fahrzeugen aus, um dem verletzten Tier zu helfen. Während sich Besitzer und zwei Tierärzte um das Tier kümmerten, begannen die Feuerwehrleute damit sich eine Arbeitsfläche zu schaffen. Hierzu wurde das Gatter mit Werkzeugen demontiert. Hierbei erwies sich innerhalb einer Woche zum zweiten Mal der besondere Vorteil des Rüstwagens. Er verfügt über zahlreiche Werkzeuge und Spezialgeräte für die Rettung von Menschen und Tieren.

(Quelle: Facebook/Kreisfeuerwehr Schaumburg)

Kommentar:
Obwohl Rettungseinsätze unter Beteiligung von Pferden doch eher selten sind, hält die Feuerwehr Bückeburg ein Hebegeschirr vor. Das ist sinnvoll, denn solche Einsätze lassen sich mit einigen recht einfachen Spezialwerkzeugen deutlich sicherer und tierschutzgerechter durchführen. Natürlich wäre es jedoch sinnvoll, dann auch die notwendigen Werkzeuge für das Anlegen des Hebegeschirrs zu haben UND die Rettungskräfte an diesen Werkzeugen zu schulen. Es gibt ein bereits seit vielen Jahren in anderen Ländern erfolgreich praktiziertes Spezialverfahren für sichere und tierschutzgerechte Großtiereinsätze.

Positiv anzumerken ist, dass Tierärzte am Einsatzort waren und die Einsatzkräfte alle ihre persönliche Schutzausrüstung trugen und dass der Kopf des Pferdes gesichert wurde. Kritisch ist anzumerken, dass sich die Retter immer wieder im Gefahrenbereich der Kickzone befanden.

 

Feuerwehr half Pferd auf die Beine

Im Einsatz war der Lösch- und Hilfeleistungszug der Feuer- und Rettungswache III, die Logistikkomponente der Feuerwache II mit den Logistikeinheiten "Bau" und "Rüst" sowie der Führungsdienst der Berufsfeuerwehr.

Bei der morgentlichen Versorgung der Pferde stellt ein Pferdepfleger fest, dass ein Pferd, ein Wallach, mit einem Gewicht von ca. 500 kg, in seiner Box gestürzt war. Es befand sich in einer Zwangslage und konnte sich nicht mehr selbstständig aufrichten. Der Zugang zur Box war durch das auf dem Boden liegende Tier nicht möglich. Bei dem Sturz verletzte sich das Tier am Kopf und blutete.

Die Kräfte der Feuerwehr verschafften sich durch ein Fenster einen Zugang in die Pferdebox. Im weiteren Verlauf wurden Vorbereitungen getroffen, das entkräftete Tier mittels eines Hebegurtes und einer Umlenkrolle anzuheben und ihm so auf die Beine zu helfen. Mit ein wenig Geschick konnte die Zwangslage beseitigt werden. Das Pferd richtete sich mit Unterstützung der Einsatzkräfte selbstständig auf. die Rettungsmaßnahmen wurden durch eine Tierärztin und einen Tierpfleger begleitet, die das Tier betreuten und medikamentös beruhigten.

Die Einsatzdauer betrug ca. eineinhalb Stunden.

(Quelle: Presseportal.de/Blaulicht)

 

Eingeklemmtes Pferd in Frauenstein

Ein Pferd hat sich heute Mittag kopfüber zwischen zwei Bäumen im Wald am Lippbach in Frauenstein verkeilt. Die Feuerwehr Wiesbaden rückte mit ihrem Rüstzug zur Befreiung des Tieres aus. Es konnte nach dem Erreichen der Einsatzstelle schnell und unverletzt gerettet werden.

Die Feuerwehr Wiesbaden wurde heute um 13:30 Uhr zu einem eingeklemmten Pferd im Bereich Frauenstein alarmiert. Die anrückenden Kräfte wurden von Angehörigen zur Einsatzstelle am Lippbach geführt. Dort lag ein Pferd kopfüber zwischen mehreren Bäumen eingeklemmt. Das Pferd wurde durch seine Besitzerin betreut und beruhigt. Zur Rettung des Tieres wurde ein massiver Baumstumpf mit dem hydraulischen Rettungsgerät zur Seite geschoben. Im Anschluss konnte das Pferd mit Hilfe der Einsatzkräfte wieder auf die Beine gestellt werden. Pferd und Reiterin blieben bei dem Unfall glücklicherweise unverletzt. Im Einsatz waren die Feuerwachen 1 und 2 der Berufsfeuerwehr Wiesbaden mit 5 Fahrzeugen und 12 Einsatzkräften, sowie eine Streifenwagenbesatzung der Polizei.

(Quelle: Feuerwehr Wiesbaden)

 

Kühe im Güllekeller

Am Nachmittag des 13. November wurde die Ortsfeuerwehr Neerstedt um 16:38 Uhr zu einer Großtierrettung auf einen landwirtschaftlichen Betrieb an die Neerstedter Straße nach Neerstedt gerufen. Dort waren zwei Rinder durch eine Öffnung im Außenbereich eines Stalls in dessen darunterliegenden Güllekeller eingebrochen.

Um einen Zugang zu den Tieren zu schaffen, wurde zunächst nahe der Einbruchstelle mithilfe eines Teleskopladers der Spaltenboden angehoben und entfernt. Parallel dazu pumpte der Landwirt einen Teil der Fäkalien aus der Grube in ein Güllefass ab, um den Pegelstand zu senken.

Ein Trupp der Feuerwehr rüstete sich mit Wathosen und Atemschutzgeräten aus, um über eine Steckleiter zu den Kühen in den Keller hinabsteigen zu können. Im Anschluss legten die Einsatzkräfte dem ersten Tier ein spezielles Hebegeschirr an, mit dem Großtiere bis zu einem Gewicht von einer Tonne fixiert und schonend angehoben werden können. Unter Einsatz des Teleskopladers als Hubgerät konnte das erste Rind nach knapp einer Stunde nahezu unversehrt aus der Grube gehoben und ins Freie befördert werden.

Vermutlich angesichts der ungewohnten Situation, entzog sich das zweite Tier daraufhin jedoch seiner zügigen Rettung. Es floh in einen kaum zugänglichen Gang unter dem Betonboden der Liegebuchten des Stalls. In diesem Bereich der unterirdischen, rund 200m³ fassenden Güllegrube, bestand keine Möglichkeit mehr, die Kuh durch das Entfernen des Spaltenbodens von oben zu erreichen.

Deshalb wurde schließlich am anderen Ende des Stalles eine zweite Einstiegsöffnung geschaffen, damit das Tier vom vorgehenden Atemschutztrupp eingekesselt und zu einem der Zugänge getrieben werden konnte. Die Kuh verhielt sich jedoch recht eigenwillig und zeigte sich von den zahlreichen kreativen Maßnahmen der Feuerwehrkräfte unbeeindruckt. Sie ließ sich weder mit Futter anlocken, noch brachten sie grelle Blitzleuchten oder das laute Geräusch ausströmender Druckluft dazu, sich in Richtung der Ausgänge zu begeben. Nicht einmal die Sirene eines Megaphons führte ansatzweise zum gewünschten Erfolg.

Erst durch den mühseligen Einsatz eines Wasserstrahls konnte das Tier zu einer der Öffnungen getrieben werden. Dort konnte auch dem zweiten Rind letztlich das Hebegeschirr angelegt und es kurz vor 21 Uhr wohlauf aus seiner misslichen Lage befreit werden.

Für die Feuerwehr war dieser tierische Einsatz mit Ekelfaktor allerdings erst zu Ende, nachdem sämtliche Ausrüstung gründlich gereinigt worden war. Insgesamt waren 22 Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen bei eisigen Temperaturen für knapp fünfeinhalb Stunden vor Ort.

(Quelle: Feuerwehr Dötlingen)